Meinungsfreiheit in Gefahr

Der Münchner Stadtratsbeschluss vom 13.12.2017 und seine Folgen

Mittwoch, 26. Juni 2019, 19 Uhr, Freiheizhalle Rainer-Werner-Fassbinder-Platz 1, 80636 München (S-Bahn Donnersberger Brücke)

Podiumsdiskussion mit:  –  zu sehen auf youtube.com

Andreas Zumach, Korrespondent u.a. der Tageszeitung „taz“ bei den UN in Genf

Nirit Sommerfeld, Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern

Peter Vonnahme, Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof i.R.

Ein Mitglied des Stadtrats, das für den Beschluss stimmte (angefragt)

Moderation: Lothar Zechlin, Prof. für öffentliches Recht, UNI Duisburg-Essen

Eine Diskussion, für die München städtische Räume verweigert

Veranstaltungen über die völkerrechtswidrige israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik sind in München kaum mehr möglich.

Grund dafür ist der Stadtratsbeschluss vom 13.12. 2017, der die Vermietung aller städtischen oder städtisch geförderten Räume für Veranstaltungen untersagt, wenn dort die Rede auf die Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestment, Sanktionen) kommen könnte.

BDS ist eine internationale Bewegung, mit dem Ziel die Besatzung Palästinas zu beenden. Obwohl die Bewegung den Staat Israel nicht in Frage stellt und nur gewaltlosen Druck auf die israelische Regierung ausüben will, wird BDS in vielen Medien und in der Öffentlichkeit häufig als antisemitisch bezeichnet.

Schon vor der Verabschiedung des o.g. Stadtratsbeschlusses wurden der Humanistischen Union Räume im Gasteig für die Verleihung ihres Preises „Aufrechter Gang“ an Judith und Reiner Bernstein verweigert.

Als eine anonyme Gruppe „Münchner Bürger gegen Antisemitismus und Israelhass“ die Preisverleihung in einem privaten Filmtheater, das als Ersatz angemietet worden war, zu verhindern versuchte, konnte das nur mit anwaltlicher Hilfe abgewendet werden.

Kürzlich untersagte Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) dem EineWeltHaus die Vorführung des Films „Broken“ über die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs gegen die israelische Mauer.

In diesem Fall konnten die Veranstalter, nur weil bereits ein gültiger Vertrag vorlag, die Vorführung gerichtlich erzwingen.

Referenten wie Prof. Moshe Zuckermann (Tel Aviv), der „Haaretz“-Journalist Gideon Levy oder auch Judith Bernstein, jüdische Sprecherin der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe, können jetzt nicht mehr in städtischen Räumen sprechen.

Selbst über den umstrittenen Stadtratsbeschluss darf in städtischen Räumen nicht mehr diskutiert werden. Das Stadtmuseum lehnte es vor einigen Monaten ab, seinen Saal für eine solche Diskussion zu vermieten. Das städtische Raumverbot hat zusätzlich zur Folge, dass auch die Anmietung privater Räume immer häufiger verweigert wird.

Die Klage des Münchner Bürgers Klaus R. gegen dieses Raumverbot wurde vom VG München zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil geht R. derzeit mit anwaltlicher Hilfe mit einem Antrag auf Zulassung der Berufung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vor.

Nach Meinung des Anwalts besteht ein Anspruch auf Vermietung eines Saals selbst dann, wenn in der Versammlung über BDS gesprochen würde, denn politische Bewertungen, die von der Stadt nicht geteilt werden, genügten für die Ablehnung einer Veranstaltung nicht.

Wir wollen uns das Recht, über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen zu diskutieren, vom Münchner Stadtrat aber nicht nehmen lassen. Für die Veranstalter steht der Stadtratsbeschluss in klarem Widerspruch zu den Grundrechten auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit!

Veranstalter: Humanistische Union Bayern / Freidenkerverband München /

Münchner Bündnis für das Recht auf freie Meinungsäußerung

Unterstützt von: Attac München, Sozialforum München, Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern, Münchner Friedensbündnis, Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Spenden mit dem Stichwort „Meinungsfreiheit“ sind steuerlich absetzbar:
Konto Humanistische Union OV München IBAN: DE31 7001 0080 0178 8558 00


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vorstand des LV Bayern der HUMANISTISCHEN UNION

Wolfgang Killinger, Jens Pietzner, Uli Fuchs, Wolfgang Stöger

HUMANISTISCHE UNION e.V. – Die Bürgerrechtsorganisation  vereinigt mit der Gustav Heinemann-Initiative – Landesverband Bayern
– emanzipatorisch – radikaldemokratisch – unabhängig
Paul-Hey-Strasse 18 in 82131 Gauting Tel. +49-89-850 33 63 e-mail: bayern(at)humanistische-union.de
web: http://suedbayern.humanistische-union.de
Konto HUMANISTISCHE UNION e.V. OV München,  IBAN: DE31 7001 0080 0178 8558 00, BIC: PBNKDEFF
Verteidigt die Grundrechte


Vortrag im Rahmen des Thementags Palästina – Israel „Die Lage spitzt sich zu“ am 22. Juni in Dortmund

„Ist Kritik an der israelischen Politik Antisemitismus?“

/www.jrbernstein.de/blog-1/2019/6/24/die-lage-spitzt-sich-zu


Auf Wiedersehen in der klimatisierten Freiheizhalle, in der auch Getränke zu haben sind, wie uns Wolfgang Killinger gerade noch zur Ermutigung mitgeteilt hat. Rolf

Offener Brief an die Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland
Berlin, 5. Juni 2019

Unterzeichnet von:
Almuth Berger, Volkmar Deile, Heino Falcke, Jochen Garstecki, Heiko Lietz, Hans Misselwitz, Ruth Misselwitz, Elisabeth Raiser, Konrad Raiser, Gerhard Rein, Gudrun Rein, Andreas Zumach.

„Wir schreiben diesen Offenen Brief, weil wir höchst beunruhigt und besorgt sind über die Folgen des Beschlusses des Bundestages vom 17.Mai 2019. Er bezeichnet unter der Überschrift „Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ die Bewegung für Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen als antisemitisch und ruft Länder, Städte und Gemeinden und alle öffentlichen Akteurinnen und Akteure dazu auf, die BDS- Bewegung ebenfalls als antisemitisch zu bewerten und sich den gegen sie beschlossenen Maßnahmen anzuschließen. Zu den angesprochenen öffentlichen Akteuren gehören auch die Kirchen, die sich vielfältig in Programmen, Initiativen und Veranstaltungen mit dem israelisch- palästinensischen Konflikt befassen und dabei auch mit der BDS- Bewegung in Kontakt kommen. Der Beschluss des Bundestages könnte dazu führen, ein für die ökumenische Zusammenarbeit wichtiges kirchliches Arbeitsfeld völlig zu lähmen. Aus diesem Grund halten wir eine Klärung von Seiten der Kirchenleitungen für dringend notwendig.[…]“ Forts. s. link! R.E.

https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/012336.html
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