Vortrag von Dr. Gerhard Sälter Do 5. Dezember 2013, 19.30 Uhr, Vereinsraum Pullach
Viele Geheimdienstmitarbeiter der frühen Nachkriegszeit hatten als angehörige der Wehrmacht oder der SS Schuld auf sich geladen. Willy Litzenberg (1900-1964) begann seine berufliche Karriere bei der Berliner Kriminalpolizei. Kurz nach der Machtübernahme der Nazis, trat er der NSDAP bei und wurde in die Gestapo übernommen. Gestapo-Chef Müller bewertete ihn: „in politischer und weltanschaulicher Hinsicht einwandfrei“. Trotz einiger Jahre Haft durch die Alliierten, war er von 1957 bis 1964 Mitarbeiter des BND.

Litzenberg, einer der leitenden Beamten der Gestapo, steht als Beispiel für die personellen Kontinuitäten zwischen dem Nationalsozialismus und den westdeutschen Sicherheitsapparaten der Nachkriegszeit. Hierbei stehen die Fragen im Vordergrund, wie es Litzenberg gelang, im BND Fuß zu fassen und wie seine Tätigkeit bis 1945 hierfür uminterpretiert werden musste.

Dr. Gerhard Sälter ist Leiter des Arbeitsbereichs Forschung und Dokumentation der Gedenkstätte Berliner Mauer. Seit 2012 ist er Mitarbeiter der Unabhängigen Historikerkommission zur Geschichte des Bundesnachrichtendienstes. Dort forscht er zum Thema „Personelle Kontinuitäten zwischen dem Nationalsozialismus und dem BND“.

Die anschließende Diskussion wird von Holger Ptacek moderiert. Der Eintritt ist frei.

Radiofeatures von Ulrich Chaussy im Internet

Unter dem Titel „Im Sonnenwinkel unterm Hakenkreuz“ und „Vom Sonnenwinkel zum Quartier der Schattenkrieger“ hat Ulrich Chaussy die letzten beiden Sonntage auf BR 2 über Pullachs Vergangenheit berichtet. Wer die beiden Sendungen verpasst hat oder noch einmal nachhören möchte, findet sie im BR-Podcast-Service unter der Adresse:

www.br.de/radio/bayern2/sendungen/land-und-leute/von-der-reichssiedlung-rudolf-hess-zum-bnd-chaussy-106.html

Führungen durch die Ausstellung

Die Ausstellung „Pullach Heilmannstraße: Ein geheimnisvoller Ort“ über die Reichssiedlung kann bis zum 20. Dezember täglich zwischen 10 und 18 Uhr im Bürgerhaus besucht werden. An den Samstagen und nach Vereinbarung bieten wir Führungen an:

Offene Führungen von Dr. Susanne Meinl jew. Samstags um 11 Uhr. Wenn möglich bitte anmelden. Die Führungen sind gratis, um Spende wird gebeten. Gruppen ab 10 Personen können für einen Unkostenbeitrag von 50 Euro nach Vereinbarung zu anderen Zeiten geführt werden. Auf Wunsch kann der Termin auch als Workshop gestaltet werden. Anmeldung und Informationen zu den Führungen unter 0163 1900 208 oder ausstellung@geschichtsforum-pullach.de

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