Eine schöne Anfrage aus einem Beraternetzwerk, zur Frühjahrstagung beizutragen: Hier meine ersten Ideen für meinen Beitrag.

Bergb-ache

Vielfalt in Organisationen:
Die Verschiedenheit bewahrt uns vor Einfalt in Fragen, Lösungen und Zukunftsbildern

Organisationen neigen in der Selbstorganisation zur Gleichheit, wie sich manche auch ihre Beziehung wünschen: Möglichst gleich in der Ausrichtung, der Meinung, in den Gewohnheiten, in Religion, Klasse und Rasse, denn alles andere kann zu Komplikationen führen, wo man doch grade harmonisch, verliebt und vertraut gestimmt sein möchte.

Die Liebe schlägt uns dabei manches Schnippchen, besorgt im Untergrund doch genug Zündstoff, der mehr als Hobbies und Manieren ins Trudeln bringen kann: In Finanzumgang, Rollenbildern und Kindererziehung steckt oft mehr Macht, als manche Krisenintervention und Eheberatung den Partnern vermitteln kann. 

Personalabteilungen und -entwickler haben sich einige Werkzeuge bereitgelegt, die interessierten KandidatInnen für eine Team-Zusammenarbeit nach Einstellungen und Fähigkeiten passend zusammen zu suchen, doch wurde prinzipiell „der Markt“ auch durch die Einladungen nach ähnlichen Objekten durchsucht, statt im eigenen Haus nach geeigneten Kandidaten zur Fortbildungen zu schauen.

50 oder 55 sind je nach Branche die Jahrgänge zum Ausmustern, statt auf neue Arbeitsformen zu achten, einförmige Vorstellungen der KollegEn und ihrer Lebensarten diskriminierten lange genug die Gebärfähigen und nach Kleiderordnung, Sprachregelungen und äußerlicher Mobilität bis zur Selbstausbeutung.

Aufgeschlossene Firmen (Ford) haben vor knapp 20 Jahren die mögliche Vielfalt der sexuellen Orientierung als Gewinn entdeckt, „Handwerksbetriebe“ wie BMW können sich heute noch kein offenes Wort vorstellen, während in anderen Bundesländern auch Hochschulpräsidenten offen „anders“ sein können.

Schwerbehinderte werden im Arbeitsleben immer noch behindert, lieber werden Gebühren bezahlt, als für dankbare Mitarbeitende ohne Vollkommenheitsanspruch zu sorgen: Die Personaldecke wird durch sie nicht schmaler!

Sprachfähigkeiten sind nicht nur in den internationalen Geschäften gefragt: Regionale Farben und emotional sichere Kontakte, auch zu Kunden, können durch die breiten Palette von Herkunftssprachen in Betrieben, Einsichtungen und Unternehmen für alle Arbeitsbereich eingesetzt werden, denn die Bedürfnisse, Geschmacksrichtungen und Kundenwünsche sind nicht nur durch Sprache zu vermitteln: Gestus und Farbe, Kontext und Rahmengestaltung wirken oft viel mehr …

Herbstpanorama

Auch das Thema der psychischen Gesundheit kann in der Situation bewältigter Krisen zu einem Gewinn werden: Verständnis für andere wächst, und die Konzentration auf das wirklich Wichtige, statt nur auf Bedürfnisweckung und Geschwindigkeit, Kaffee, Rauchen und gemeinsames saufen wie grade auf der Wiesn: Ganze Belegschaften in Leih-Trachten, weil das angeblich jetzt so lustig ist … die dann privatisierte Alkohol-Thematik bleibt der sozialen Arbeit.  Fritz Letsch

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