Fast jeder kennt die beindruckenden Bilder von den Protestierenden auf dem Tahrirplatz in Kairo, fast jeder hat schon mal von der Jasminrevolution in Tunesien gehört. Aber nicht nur Ägypten und Tunesien sind in Bewegung, der gesamte nordafrikanische Raum steht vor einer Zäsur. In Libyen wurde das Regime Gaddafi von NATO und Rebellen mit militärischer Gewalt beseitigt, die Proteste und Unruhen in Algerien hören nicht auf, und der König von Marokko verspricht angesichts anhaltender Kundgebungen Reformen. Nur wenig aber erfährt man hierzulande über die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, die mit den “Umbrüchen in Nordafrika” einhergehen.

Diesem Informationsdefizit möchten wir, Radio Lora 92.4 und Sarah Mara Kulturmanagement, mit unserer Veranstaltung begegnen. Im Focus stehen dabei die Demokratiebewegungen in den Ländern Nordafrikas sowie die Rolle der Frauen. Ganz wichtig dabei ist uns, Menschen aus Nordafrika  bzw. Menschen mit  nordafrikanischen Wurzeln zu Wort kommen zu lassen.
Mit einer Kombination aus Podiumsdiskussion, Foto- und Plakatausstellung und Musik wollen wir die politischen und die kulturellen Veränderungen sowie das Lebensgefühl im nordafrikanischen Raum dem Publikum vermitteln.

Podiumsdiskussion um 19:30 Uhr mit:

Omar Kamil (Politologe und Mitbegründer des Mayadin-al-Tahrir-Netzwerkes)
Hoda Salah (Politologin und Menschenrechtlerin)
und vier Münchnerinnen mit ägyptischen, tunesischen und algerischen Wurzeln
Moderator:  Thilo Ruf (Radio LORA München)

Konzert um 22.00 Uhr mit Nomad Soundsystem (Electro-Rai aus Tunesien und Algerien)
„Berliner Band erobert Tunesien … Der quirlige Tunesier singt (…) Pop, in dem es um Sehnsucht und Liebe geht, unterlegt mit elektronischen Beats aus dem Computer des japanischen DJ Tomuki. Doch die Texte von Nomad Soundsystem drehen sich auch um Politik und Gesellschaft, um Themen, die auch den Jugendlichen in Tunesien unter den Nägeln brennen.“ 03.2010 Deutsche Welle by Sarah Mersch

Foto- und Plakateausstellung
Wir zeigen Fotos und Plakate, die einen Eindruck von den Ereignissen, Protesten und Unruhen in Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko, aber auch dem Krieg in Libyen verschaffen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Tahrirplatz in Kairo/Ägypten sowie auf der Jasminrevolution in Tunesien. Außerdem werden die Unruhen und Proteste in Algerien, die Demonstrationen in Marokko, der Krieg in Libyen und der Konflikt in der Westsahara bildlich dargestellt und textlich erläutert. 
Forum für Münchner Ngo’s, die in der Region tätig sind oder hierzulande zu Nordafrika und dem Mittelmeerraum arbeiten:
> Die Hilfsorganisation Handicap International setzt sich in über 60 Ländern mit 250 Projekten für Menschen mit Behinderung ein und wird im Ampere einige ihrer Projekte in Nordafrika vorstellen
> Der Bayerische Flüchtlingsrat thematisiert das Grenzregime der Europäischen Union im Mittelmeer.
> Die Gesellschaft für bedrohte Völker stellt die Situation der Minderheiten und Ureinwohner in Nordafrika dar.
> Die  Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen beschäftigt sich mit den Ursachen und Folgen des Libyen-Krieges.

Ampere im Muffatwerk, Zellstraße 4, 81667 München am Di, 4. Oktober 2011; Einlass 19 Uhr, Kehraus am nächsten Morgen um 1 Uhr. Eintritt  €11, ermäßigt €7.
Veranstalter: Radio LORA München und Sarah Mara Kulturmanagement in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der LH München und der Petra-Kelly-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung von Initiative “Schule für EineWelt”, des Katholischen Fonds und dem Muffatwerk. Die Veranstaltung wird von Radio LORA München live übertragen!

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