Aus psychoanalytischer und körperorientierter Arbeit hat Tilman Moser nicht nur seine eigene „Gottesvergiftung“ diagnostiziert und damit vielen anderen den Ausweg aus den eingeimpften Gläubigkeiten gezeigt. Seine Nachkriegsarbeit „Eine Vergangenheit – viele Erinnerungen. Überlegungen zum sechzigsten Jahrestag des Kriegsendes.
Von Tilmann Moser. erschien in: Psychologie Heute (Juni 2005), S. 46-49. http://www.tilmannmoser.de/publi/essays/2005_eine_vergangenheit.html

Die in unseren Vätern aus dem 3. Reich verbliebene Brutalität und die immer noch weitergegebene Wertorientierung wie „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ werden nur selten ausgesprochen, wie jüngst von Andreas Altmann, der auf keinen Fall weinerlich sein wollte und die Erinnerungen an seinen SS-Vater in Altötting eine Scheiß-Jugend nannte.

Nun leben wir seit 15 Jahren im Afghanistan-Krieg, wo deutsche Sucht-Interessen am Hindukusch verteidigt werden, und“ feiern“ demnächst 10 Jahre „Krieg gegen den Terror“, der alle Feinde der NATO umfasst, die sich verschworen haben, nicht den amerikanischen und „westlichen“ Interessen zu entsprechen. Die ungläubigen Blicke auf die Flugzeug-Bilder auf die Türme des WTC und die Explosionen der Gebäude werden uns noch lange beschäftigen:

Welche Verschwörung hat unsere Welt erschüttert, welche Inszenierung folgte unseren selbstzufriedenen Zeiten nach Wiedervereinigung und geistig-moralischer Wende? Da meldet sich ein Ehrenwort-Kohl wieder zu Wort, da verschwinden SPD-Kanzler im Gasgeschäft, Grünen-Außenminister an amerikanischen Universitäten. Und Kohls Mädchen darf regieren, mit manchen Leyen-Darstellerinnen.

Was macht der Krieg in unserer Psyche? Der Krieg gegen die Armen im Land ist präsenter: Hartz 4 und die Diffamierung der Sozialhilfeempfangenden zu faulen Alkoholikern bei gleichzeitiger Steuerersparnis für Hoteliers erscheint uns wie ein schlechter Film, den man ausschalten möchte, ein Alptraum, aus dem man gerne erwachen würde. Finanzberater empfehlen, so weiterzumachen … während hoffentlich nur die anderen verarmen.

Meine Frage nach den Gefühlen zu 10 Jahren Krieg führte fast immer zu Achselzucken: Wir scheinen hilflose Beute der Regierungen zu sein, die von den Konzernen bestellt sind, und wir bezahlen dafür. So lang es uns so gut geht und der Krieg nur im Fernsehen stattfindet … http://ketzerbrevier.blog.de/2011/08/26/schweigen-russischen-landschaft-nazi-vaeter-lehrer-krieg-heimbrachten-11730487/

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