„Fremde Heimat“.
Mit theatralen Mitteln sucht ein Projekt des Landestheaters das Fremde in und um uns.

Wer glaubt, Theater könne nur auf der Bühne stattfinden, irrt. Jede Alltagsszene kann Theater sein. In einem Salzburger Stadtbus pöbelten kürzlich Österreicher eine Deutsche an. Es waren, ohne dass jemand es wusste, Theaterleute. Bis sie ausstiegen, wagte keiner der anderen Fahrgäste einzugreifen – mit Ausnahme eines kleinen Mädchens, das unerschrocken meinte, so etwas dürfe man nicht tun. Danach seien auch andere auf die Deutsche zugegangen und hätten sie getröstet. So erzählt Regisseurin Astrid Großgasteiger eine der konkreten Erfahrungen mit dem „Unsichtbaren Theater“.

Neues Theaterformat

Diese Form hat der legendäre brasilianische Autor und Regisseur Augusto Boal kreiert. Theater solle direkt ins Leben eingreifen, postulierte Boal, und soziale Zustände ungeschminkt thematisieren. Auf Boal greifen Angela Beyerlein, Dramaturgin und Leiterin des Jugendclubs am Salzburger Landestheater, und Astrid Großgasteiger für einen Teil ihres Projekts „Fremde Heimat“ zurück. Ziel dieses für Salzburg neuen Theaterformats ist es, Aufmerksamkeit für ein sozial relevantes Thema zu schaffen, Einfühlung zu ermöglichen und durch die theatrale Vermittlung die Beobachter wachzurüttteln. Die Fragestellung dieses ersten Experiments: Was bedeutet es, fremd zu sein?

Zwischen 4. und 8. Mai geht das Landestheater dafür auf die Straße. Auf dem Kapitelplatz (5. Mai, 17 Uhr) wird im Sinne von Boals Forumtheater eine Spielszene um eine afrikanische Holzelefanten-Verkäuferin entwickelt. Was passiert, wenn Kulturen aufeinander prallen? Das Publikum wird zu Antworten herausgefordert.

Was heißt Asylsuche?

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