in der psychotherapeutischen mit ehemaligen Heimkindern hab ich deren Leiden kennengelernt,
die für mich härteste Belastung tritt bei den Leuten auf, die ihre Kirchlichkeit oder ihren Gottesglauben bewahrt haben:

Andere können dem Gedankengebäude entfliehen und von aussen ihre Tragik, aber auch ihre Chancen sehen,
die Menschen in der Kirche dürfen noch nicht einmal richtig anklagen, sich von dem Geüge distanzieren, das sie krank und kaputt gemacht hat.

Krank: Nicht akzeptierte eigene (Homo-)Sexualität, Frauenhass (überzogene Angst/ iefe Verachtung) aus jahrelanger Kindheitsqual im Schwestern-geführten Kinderheim,

Qual der inneren Widersprüche und Selbstbezichtigungen nach sexuellen Tätigkeiten / Gesprächen / Verehrungen für Priester und Erziehende in Internaten

Kaputt: Alkoholproblematiken, Unfähigkeit zu Beziehung und Familiengründung, jahrelange Psychotheapien, körperliche Folgen der Fehlhaltungen vom Zähneknirschen bis zu Wirbelsäulenverformungen (wie sie ja für Onanieren angedroht waren!)

Was ist der Wert einer gesunden Erziehung und Entwicklung / was der Schmerz eines verfehlten Lebens? Was ist als Schmerzensgeld angemessen, wenn die „Heime“ für die Kinderarbeit Geld einnahmen?

Was war Erziehung auf dem Stand der Zeit und was war unverantwortliche Rückständigkeit, Prügelei, seelische Mißhandlung,
welche Heime haben ihre Geschichte bearbeitet und wie würden heutige Belegschaften dort den Schaden beziffern?

In einem mir gut bekannten Kinderheim berichteten Mitarbeitende vom schwierigen Übergang der letzten Jahrzehnte, der von den alten Nonnen mit aller Macht verhindert werden sollte.

Ein Vergehen der Kirchenleitung ist die starrsinnige Verteidigung des alten Stils, der direkte Nachfolge des faschistischen Systems darstellte.

Die Rückkehr des marktler Hitlerjungen in die 60er Jahre wollte alle diese Entwicklungen zudecken, aber die jesuitischen Selbsteingeständnisse lösten die Wahrheitswelle aus:
die entsprechenden amerikanischen Schadensersatzforderungen in Höhe von 3-5 Milliarden sind sicher eine andere Grenzmarke, auch wenn 120 Millionen erst mal groß klingen.

Da werden alle Entschuldigungs-Bitten plötzlich sehr hohl, wenn der Schmerz des Geschädigten schon wieder klein geredet werden soll. Die Kirchen verscherzen gerade ihre letzte moralische Zuständigkeit.

Der Besitz der katholischen Kirche ist nicht vom Himmel gefallen, sondern schuftenden Menschen abgepresst, mit angedrohter Sündenqual an manchem Totenbett erschachert.

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