Der Weg des gewaltfreien Widerstands in Palästina – wohin führt er?
mit SAEED AMIREH, (21) Westjordanland 14. November 2012 19 Uhr im EINE WELT HAUS München, Schwanthalerstr.80

Der Palästinensische Friedensaktivist Saeed Amireh (21 Jahre alt) kommt aus Ni’lin, das in den C-Gebieten liegt. Die C-Gebiete sind die 62 Prozent des Westjordanlands, in denen Zivil- und Sicherheitsverwaltungen dem israelischen Militär unterliegen.
Durch die Mauer, die stetig wachsenden umliegenden Siedlungen und die dazu gehörigen Straßen, verloren die Menschen von Ni’lin einen Großteil ihrer Lebensgrundlage. Parallel dazu formierte sich ein kollektiver, gewaltloser Widerstand. Als die israelischen Bagger nach Ni’lin kamen, um mit dem Bau der Mauer zu beginnen, zelteten die Bürger auf dem gefährdeten Land und begannen mit
täglichen Demonstrationen.
„Die Soldaten bildeten eine Linie vor uns und drohten, wenn wir diese überschritten, würden Sie zu den Waffen greifen. Wir fassten uns alle an der Hand – Männer und Frauen – zählten auf drei und sprangen gemeinsam. Sie konnten uns nicht alle erschießen!“
Doch das Dorf konnte den Bau der Mauer nur hinauszögern. 2008 kam die Armee zurück und begegnete dem Widerstand mit Ausgangssperren, nächtlichen Razzien, Verhaftungen und Beschuss.

Die drei Organisatoren der nunmehr wöchentlichen Demonstrationen, an denen auch israelische und internationale AktivistInnen teilnehmen, wurden verhaftet und inhaftiert. Darunter auch Saeeds Vater.Der damals 17jährige Saeed begann Englisch zu lernen, über Facebook und Twitter nahm er Kontakt zur Aussenwelt auf. Durch seine Berichte schaffte er es, gemeinsam mit Menschen aus aller Welt, die Kaution für die drei von der Armee verhafteten Aktivisten aufzubringen.Es gelang Saeed auf die alltägliche Lebenssituation unter der israelischen Besatzung und die Situation der palästinensischen Gefangenen aufmerksam zu machen.

Diese politischen Gefangenen werden häufig ohne Anklage und über mehrere Jahre in sogenannter Administrativhaft gefangen gehalten. Deren international kaum beachtete Situation rückte dieses Frühjahr zunehmend durch Hungerstreiks, unter dem Motto „hungrig nach Freiheit“ in das Auge der Weltöffentlichkeit.Auch Saeed wurde kurz vor seinem Schulabschluss für vier Monate inhaftiert. In seinem Vortrag wird er über die Situation in Ni’lin und über die Gefangenen im Widerstand berichten.
VeranstalterInnen:
Club Voltaire München – Aktivengruppe München im Internationalen Versöhnungsbund – Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationale Politik von der DIE LINKE

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