Leider haben wir noch immer die falsche Berichterstattung in der Hand der Besitzgläubigen, die dann den Karneval-Charakter der #occupy- Demo in den Vordergrund stellen und sogar Homosexuelle in den Wirtschaftsteil der SZ hieven, die ansonsten heute voller Leserbriefe gegen die Einstellung der Prozesse um Polizeiübergriffe steht – aber schon in anderen Beiträgen bekennt, dass die Berichterstattung derzeit geistig etwas beschränkt ist auf Katholikentag und Fußballtrauer.

Dabei gäbe es so viele spannende Momente im Land, die es nicht auf die Hype-Ebene der Pressemeldungen bringen, die dort von den IMG_0883PraktikantInnen abgefeiert wird: Verständnis für Fußball-Alkohol und Müll-Orgien ist breitenwirksamer als etwa ein Richter-Kabarett, das den bayrischen Rechtsstaat in seiner Verschrobenheit herrlich zur Geltung bringt.

Das spielte diesmal ja auch in Regensburg, und da finden sich nicht so viele Berichterstattende, die bemerken könnten, dass das Bewusstsein für Unrechtsstrukturen auch bei den JuristInnen, die sonst jeden Umweg begründen könnten, zum eigenen Verhalten klarer geworden ist. Nicht nur die Karriere, die gesamte Abhängigkeit der Justiz, und ihre mangelhafte Selbstorganisation als sogenannte Judikative ist ein Trauerspiel.

Als Kabarett waren dann auch einige Nummern, zum Beispiel zu den Flüchtlingen im Mittelmeer, und der bayrischen Asylpolitik, so hart, dass das Klatschen beinah ausblieb, aber die nächsten Formen, wie das Legislative Theater, müssen wohl erst zum neuen Judikativen Theater umgebaut werden, die talentierten SchauspielerInnen gibt es schon!

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