Vor ein paar Wochen war ich auf ein Buch von Ernest Bornemann gestoßen, und die knappe Erinnerung an den Namen (als Sexualwissenschaftler) wurde plötzlich durch eine ganze Menge dichter Informationen ergänzt:

Mit 16 hatte der Berliner Junge, im Sozialistischen Schülerbund organisiert, unter der Anleitung von Wilhelm Reich im Projekt Sexpol Beratung für Gleichaltrige zu Sexualität (Masturbation bis Schwangerschaftsverhütung und Geschlechtskrankheiten) erlernt, mit 18 war er schon auf der Flucht nach London.

Im Exil zwischen Hunger und Wohngemeinschaften, Beziehungen und Migrantengruppen, lernte er Jazz und afrikanische Oppositionelle, neue Filmmethoden und Englisch, Anthropologische Forschung und kurz darauf Psychotherapie intensiv kennen,

Seine knappe Abrechnung mit den linken Parteien und Gewerkschaften zur Weimarer Zeit war mir eine Erleuchtung, seine Sammlung von Kinderreimen in der vorpubertären Zeit, nach der wir alles Frühere vergessen, eine höchst spannende Kulturforschung.

Sein Buch, an dem ich grad noch arbeite: Ur-Szenen, Eine Selbstanalyse. Mehr dazu wohl im Wiki http://gestaltleben.wikispaces.com/Ernest+Bornemann

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