Solidarität wird immer mehr zum Fremdwort. So auch im Verhältnis der Bundesländer und der Städte. Im Augenblick setzt sich das Establishment mit allen Mitteln für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018 in München ein. Es gilt, viele verschwenderisch ausgelegte Sportstätten auf Kosten der Olympischen Idee zu ergattern und nur einen Teil der Kosten selbst tragen zu müssen. Da machen sogar die Stadträte der Grünen gegen eine 2/3 Mehrheit der Basis mit.

Zum Alltag gehört seit Jahrzehnten, neue Gewerbegebiete auszuweisen und am laufenden Band ein Bürohaus nach dem andern hinzustellen. Ich habe in einer Bürgerversammlung beantragt, damit aufzuhören. Das war der Antrag: Alfred Mayer 81827 München, den 07.10.10 Telefon 089/4304127 Waldtruderinger Str. 6 Telefax 089/43988623 Email: a@mayer-online.net

An die Bürgerversammlung Trudering /Riem am 7. Oktober 2010 Antrag
Die Stadt weist keine weiteren Gewerbegebiete mehr aus, nutzt alle Möglichkeiten, weitere Bürobauten zu verhindern und fördert die Umwandlung von Gewerberaum in Wohnraum

Sehr geehrte Damen und Herren !
Schon Oberbürgermeister Georg Kronawitter hat im Kommunalwahlkampf 1990 erklärt, München sei wirtschaftlich gesehen ein Dampfkessel kurz vor dem Platzen. Er sprach damals schon von 200.000 Fernpendlern. Heute dürften es wesentlich mehr sein. Die Ansiedlung von immer noch mehr Unternehmen und der Bau von Büroflächen wurden dessen ungeachtet fortgesetzt. Wenigstens blieben uns dank des Eingreifens des Alt-OB Wolkenkratzer erspart.

Die Folgen des ungebremsten Wachstums sind eine unerträgliche Zunahme des Verkehrs samt Feinstaubbelastung und ein extremer Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Der hohe Leerstand bei Büroflächen hindert die Investoren keineswegs, weitere Büroflächen zu bauen. Neue Büros seien immer gut zu vermieten. Was mit den älteren Bürogebäuden geschieht, ist den Investoren schnurzegal.

Bei der Ausweisung neuer Wohngebiete wurde immer auch Gewerbe und Industrie angesiedelt, um wohnungsnahe Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist aber in einer Großstadt mit idealem ÖPNV nicht notwendig. Auch ist kaum zu erwarten, daß die Bewohner eines neuen Wohngebiets bei den dort angesiedelten Unternehmen arbeiten wollen und können.

Zum Witz wird das ganze aber, wenn man daran denkt, daß jeder in München entstehende Arbeitsplatz zu einer Vergrößerung der Zahl der Pendler führt, es also zu einem äußerst wohnungsfernen Arbeitsplatz kommt. Die Münchner Langzeitarbeitslosen haben ohnehin nichts davon, denn die Unternehmen holen sich ihr Mitarbeiter ja aus ganz Deutschland und Europa.

München hat darüber hinaus auch die Pflicht zur Solidarität gegenüber den Menschen in strukturschwachen Gebieten. Dort, also an den Wohnorten der Fernpendler, gehört die Wirtschaft gefördert. In den Neuen Bundesländern stehen inzwischen mehr als 1 Million Wohnungen leer und verkommen nach und nach, während für viele Münchner die Mieten unbezahlbar werden, zumal inzwischen fast alle Sozialwohnungen aus der Bindung herausgefallen sind.

München muß damit aufhören, den Gebieten mit großer Arbeitslosigkeit die Arbeitsplätze wegzuschnappen, jedenfalls soweit das durch Planungsrecht beeinflußbar ist. Auch der Wirtschaft kann signalisiert werden, daß eine weitere Konzentration in München nicht mehr in dem gleichen Maß erwünscht ist als bisher. Gewerbe- und Büroeinheiten werden immer weniger gebraucht, denn laufend verschwinden als Folge von Rationalisierung und Automatisierung Arbeitsplätze. Noch mehr werden in Billiglohnländer verlagert.

Viele heute noch in Deutschland hergestellte Produkte werden immer mehr in der gleichen Qualität auch von ausländischen Unternehmen produziert. Mittel- und langfristig wird Deutschland wieder Agrarstaat, in dem niemand verhungern muß und aus früherer Produktion alles da ist, was man unbedingt zum Leben braucht. Der Bedarf an Gewerbe-, Industrie- und Büroflächen dürfte aber sehr begrenzt sein.“
Mich würde sehr interessieren, ob die drei Stadträte der Linken sich hergeben, sowas zu unterstützen …

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