Länger leben, flexibler arbeiten – mit Absturz in die Altersarmut? Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien diskutieren mit NGOS, Bürgerinnen und Bürgern, der Forschung und Wissenschaftsjournalisten über eines der Top-Themen unserer Zukunft.

Einladung zur Live TELI-Wissenschafts-Debatte in den PresseClub München:
Länger leben, flexibler arbeiten – mit Absturz in die Altersarmut?

Durch Deutschland rollt eine demografische Umwälzung. Altersforscher diagnostizieren, dass wir immer älter werden und fit dabei bleiben. Ist die Zwangsverrentung eine Altersdiskriminierung? Sollte jeder so lange arbeiten dürfen, wie er will, und müssen Frauen und Migranten gleichzeitig bessere Erwerbschancen erhalten, wie Max-Planck-Forscher anregen? Was macht die Verwerfung der Alterspyramide mit unseren Renten? Erwartet viele Senioren die Armut? Muss die Altersversorgung grundsätzlich nicht besser ausbalanciert werden? Ein neuartiges Debattenformat, das Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft überspannt, sucht vor den Bundestagswahlen nach robusten Antworten. >>> http://www.wissenschaftsdebatte.de/?p=3512 und Hintergrund >>> www.wissenschaftsdebatte.de

WANN? Dienstag, 30. Juli 2013, 18.30
WO?
PresseClub München, Marienplatz 22, 4. Stock, U-Bahn S-Bahn Marienplatz

(Zugang zum Lift durch Café „Am Marienplatz“ – neben Hugendubel, Liftservice 18 – 18.45 Uhr)

Wolfgang C. Goede, Wissenschafts-Journalist & TELI à Einführung & Wissenschafts-Impuls
Otto Teufel, Aktion Demokratische Gemeinschaft ADG
à Gesellschafts (NGO)-Impuls
Bundestagskandidaten aus dem Raum München, SPD – Roland Fischer, CSU – Dr. Peter Gauweiler (angefragt), Grüne –Dieter Janecek, FDP — Dr. Daniel Volk, Linke –Ernst Klaus, Piraten — Alexander Bock
à Politik-Impuls
Publikum
à Wähler-Bürger_Innen-Impuls
Maren Schüpphaus, Science Dialogue & Netzwerk Gemeinsinn
à
Moderation

Hintergrund:
Heute Geborene haben eine Lebenserwartung von 100 (!) Jahren. Demografen, Soziologen und Altersforscher verlangen eine durchgreifende Flexibilisierung der Beschäftigungspolitik und Lebensarbeitszeit. Um dieses Thema dreht sich die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift Max Planck Forschung „Gesellschaft im Wandel“. Darin spricht sich Axel Börsch-Supan, Direktor am Münchner Max Planck Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, für die Erwerbsbeteiligung aus. Das heißt: Menschen müssen früher als bisher in Lohn und Arbeit kommen und länger tätig bleiben. Nur so lasse sich eine Erosion des Lebensstandards vermeiden. Das verlangt mehr Kinderbetreuungsplätze, bessere Chancen für Frauen, Studienreformen, Integration von Migranten. Börsch-Supans Kollege James Vaupel vom Rostocker Max-Planck-Institut für Demografie, geht einen Schritt weiter. Er ist für die Freistellung der Lebensarbeitszeit. Jeder darf so lange arbeiten, wie er will.

Das ist bereits in England der Fall, wo die Zwangspensionierung als Altersdiskriminierung gilt und verboten ist. Auch in Deutschland wollen immer weniger Menschen mit dem Erreichen der Altersgrenze zum „alten Eisen“ gehören. Fast eine Million Deutsche über 65 gehen mittlerweile einer Beschäftigung nach. Aus dieser wachsenden Nachfrage ist bei der Vermittlungsbörse „Rent a Renter“ ein florierendes Geschäftsmodell entstanden. Das alles findet die Unterstützung von Altersforschern: Nur wer der Abwärtsspirale widersteht und sein Gehirn auf Trab hält, bleibt bis ins hohe Alter fit.

Dennoch: Der Sozialwissenschaftler Eckard Bomsdorf von der Universität Köln erforscht fließende Ruhestandsalter, Lebensarbeitszeitkonten, Sabbatjahre und fragt, ob sich ein flexibles und festes Rentenalter unter einen Hut kriegen lassen – oder ob das ein Widerspruch ist. Damit stehen auch die Renten und das künftige Versorgungssystem für ältere Menschen im Rampenlicht. Das eine lässt sich vom anderen nicht trennen, sagt die Aktion Demokratische Gemeinschaft ADG, eine Bürger_Innen Lobby und NGO für ein ausgewogenes und gerechtes Rentensystem. Das müsse die drohende Altersarmut vieler älterer Bürgerinnen und Bürger verhindern.

Ist das alles die Quadratur des Kreises? Die Live Wissenschaftsdebatte der Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik TELI e.V. im Münchner PresseClub stellt diese Fragen zur Diskussion. Ein wissenschaftlicher Impuls aus der Forschung reißt das Problem auf. Ein zweiter adressiert die gesellschaftliche Dimension. Dann ist die Politik daran. Die Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien aus dem Raum München nehmen dazu Stellung. Schließlich haben die Bürgerinnen und Bürger das Wort. Die Veranstaltung soll am Ende zu einer Empfehlung zu diesem vielleicht wichtigsten Zukunftsthema gelangen.

Eine Veranstaltung der Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik TELI e.V. und des Netzwerks Gemeinsinn e.V.: www.teli.de, www.wissenschaftsdebatte.de, http://www.netzwerk-gemeinsinn.net/

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