Die Ludwixerei am Starnberger See war im vollen Gange, allerorten die korrektesten Dirndl und Trachtler, von der Votivkapelle herab winkte Sisi, in der vormaligen Altarhütte spielten die Opernbayern wagneranisch angehauchte bayrische Musi … da tummelten sich allmählich immer mehr badewillige, die ihre klaren Zeichen setzen wollten: Gegen eine verlogene Königsverehrung, die aus den Spiesser-Kreisen immer weiter wiederholt wird.

Nur weil er hinter jungen Burschen mehr her war und sich Schlösser bauen ließ, die uns märchenhaft vorkommen, war er kein Märchenkönig, auch wenn Mädchen jeden Alters in Sisi-Hysterien verfallen wollen: Der Tambosi-Sohn des „Tripper-Vaters Max“ war adelserzogen, egomanisch und katholisch verdorben, wollte überhöhten Erwartungen entsprechen und konnte es nicht.

Nebenbei verkaufte er zur Linderung der enormen Schulden die bairische Unabhängigkeit an das werdende Kaiserreich, das Volk blieb in Armut und Cholera, und es waren keine „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“, sondern Aufträge an die besseren Handwerker, fromme Skulpturen und Schlösser zu bauen.

Der Kuss

Dass ein Bayernbursch den König wachküsst, damit er dem Volk „Goldene Taler“ verteilt, und wieder baden geht, ist eher ein Bild der heutigen Geschäftemacherei in der Landesausstellung der Staatsregierung, die „zufällig“ den Blick auf die Lage des Volkes vergessen hat, aber die Staatsregierung in der Nachfolge der Monarchie darstellen will.

Sozialistenverfolgung und Demokratie sind den Kitschbayern immer noch fremd, was auch die zahlreichen Schlagzeilen zeigten, die das Wort Demokratie in unserer Pressemeldung zu „Anti-Monarchisten“ verwandelten. Das badende Volk hat nicht gefroren: Der Regen machte das Wasser warm und weich … Fotos: C Felicitas Hübner
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