Unsere Partnerstadt Harare, die Hauptstadt von Zimbabwe, hat etliche Probleme: Akut wird sich die Versorgungslage zuspitzen, es fehlt an demokratischer Kontrolle und Mitwirkung, weil eine Kommission statt dem Stadtrat die Stadt regiert, Müll und Wasser wie auch das Abwasser werden unbeherrschbar …

Gleichzeitig sind 70 % der erwachsenen Bevölkerung ins Ausland migriert, bei 1000 % Inflation versucht jeder, seine Chancen anderswo zu finden: In Südafrika, in Britannien oder Amerika … zurück bleibt eine junge, mager versorgte und ausgebildete Generation, zwischen Staatsfunk und den Parolen der Staatspartei, einer wenig anerkannten Bewegung für demokratischen Wandel, einer verschiedenartig abhängigen Justiz, einer Initiative für eine neue Verfassung und etlichen bürberbewegten Gruppen und Stadtteil-Initiativen.

Was bei Hölderlin hieß:

„Wo die Gefahr wächst, wächst das Rettende auch“

heisst in der Kampagnenarbeit:

„In jeder katastrophalen Situation steckt auch Energie,
die durch Intelligenz zur Veränderung genutzt werden kann.“

Im Müll steckt Energie, die hierzulande hauptsächlich „thermisch verwertet“ wird: In der Müllverbrennung werden neben manchen Konzepten der Plastik-Wiederverwendung und den dunklen Geschäften um den „Grünen Punkt“ unsere vermüllten Träume verheizt, durch Konsum glücklich zu werden …

Wenig genutzt wird bisher der organische Anteil, und auch die Sammlung ist bisher eher unhygienisch und eine Belastung für die Mitarbeitenden: Die Plastik-Tonnen sind nicht ideal, Schimmel oder Fliegen schon im Haushalt, stinkt die Sache dann im Hof und bei der Abholung, verschwindet dann in der Landschaft: Die Verzauberung in käufliche Gartenerde findet draussen, unterirdisch statt.

60 % des Mülls sind organisch, auf der Halde suchen Leute die noch brauchbaren Platiktüten, um sie zu waschen, Papier wird gesammelt, Metall bringt Geld …

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