150 Jahre Kurt EisnerAuch wenn die Gewitter und Regenstürme vorher und nachher tobten: Die Treuesten 150 waren da und bekamen Artikel, Reden, Sekt und Torte an der Bavaria, denn Kurt Eisner hatte uns hinterlassen, nicht aufzugeben, auch wenn die Großwetterlage düster ist.

Auch an anderen Orten feierten Leute in Bayern, wie Eichenau und Straubing, und redeten darüber, wo in dieser stolzen „Landeshauptstadt“ des mutigen und umsichtigen Ausrufers des Freistaat Bayern gedacht wird, der mit seinem Freund, dem blinden, doch hellsichtigen Bauernführer Gandorfer am Arm zu den Soldaten in den Kasernen zog und dabei klar machte, dass alle zurückgekehrten Truppen friedlich beteiligt werden, den ersten Arbeiter- Soldaten- und Bauernrat in München zu gründen.

Erich Mühsam hatte die Republik auch schon ausgerufen, doch nicht die Konzentration der Menge geschafft, die im Mathäser den Rat gründete und dann zum Landtag zog, ein Kabinett aufzustellen und die Proklamation an die Presse und zum Plakat-Druck zu geben.

Das Plenum R

arbeitet in vielen kleinen Arbeitsgruppen an einzelnen Themen der Revolution und Rätezeit, stimmt gelegentlich in größeren Treffen die Ideen und Projekte, Anträge und Veranstaltungen ab und feiert immer wieder mal, vor allem nach Revolutions-Werkstätten, die immer mehr Leute in den Bann der Geschichte ziehen, und in die Mailing-Liste: plenum_r@lists.riseup.net

Das andere Bayern

schaut seit gut 40 Jahren auf die andere Seite des Freistaates, die in der Schönfärberei, im Selbstlob der angemaßten Regenten untergeht: oppositionelle Bewegungen und Gruppen, Pressekonzentration, künstlerisches Schaffen, das aus dem weiß-blauen Rahmen fällt …

Der Kurt-Eisner-Verein

ist die bayrische Organisation in der Rosa-Luxemburg-Stiftung, kompletter Veranstaltungskalender unter http://www.by.rosalux.de/veranstaltungen.html und an den Presse-Reaktionen merkt man immer noch, wie zurück geblieben die bayrische Presse geblieben ist, in der Zeit der bösen Hetze gegen Sozialismus und gemeinschaftliche Zukunftsgedanken, immer noch bekämpft von Adel, Besitzbürgertum und reaktionären kirchlichen Kreisen.


Kurt Eisner war Journalist und Redakteur des Vorwärts, der Zeitung der SPD. Sein 150. Geburtstag befreit nun hoffentlich unser Denken von der gehässigen Propaganda von Bayrischer Volkspartei, Kirche und Faschisten. Was schreibt die SPD heute?

Kurt Eisner Platz BavariaAn der Bavaria begannen viele Friedens-Demonstrationen im „europäischen Krieg“ (Franz Marc), und die Mehrheits- SPD zog am 7. Nov.1919 mit Erhard Auer zum „Friedensengel“, der eine Siegesgöttin aus den „Erträgen“ des Krieges 1870 / 71 mit dem Blick nach Westen ist, mit samt der ganzen betonierten Hochwasser-Verbauung und dem Haidhauser Franzosen-Viertel mit den damaligen Schlachtorten.

Die früher schon streikenden kriegsmüden Arbeiter zogen mit den Soldaten und den Vertretern des Bauernverband in den Mathäser, wählten ihre Räte und ernannten Eisner zum bairischen Ministerpräsidenten. Dann zogen sie zum bisherigen königlich bayrischen Landtag in die Prannerstraße und riefen den Freistaat Bayern als Republik aus.

Kurt Eisner begriff ab 1916, dass die Angriffs-Behauptung und die ganze Kriegs-Inszenierung von der preußischen Adels-Militär-Riege mit der Waffenindustrie ein diplomatisches Lügengebäude mit der Fassade König und Kaiser und Kirchen war: Es gab Veröffentlichungen diplomatischer Unterlagen.

Die SPD war von der Friedenspartei bis 1914 zum „Burgfrieden“ umgefallen und bewilligte mit Fraktionszwang im Reichstag die Kriegskredite. Abweichende wurden unter Druck gesetzt und ausgeschlossen, gründeten die USPD, Kurt Eisner und Sarah Sonja Lerch sprachen auf ArbeiterInnen-Versammlung der Münchner Munitionsindustrie vor Tausenden von BMW und anderen Betrieben, die trotz Kriegs-Lage streikten und die internationale Solidarität der Arbeitenden beschworen.

14.05.2017, 15 – 17 Uhr an der Bavaria

Kurt Eisners 150. Geburtstag

Die Münchner Siegessäule: Ein Friedensengel?Geboren wurde Kurt Eisner am 14. Mai 1867 in Berlin. Er arbeitete u.a. als Journalist und Schriftsteller in Berlin, Nürnberg und München.

Als SPD-Mitglied (seit 1898) geriet er wegen seiner Kriegsgegnerschaft häufig ins Abseits.

Unter großem Protest verließ er die Partei wegen ihrer kriegstreiberischen Rolle im Ersten Weltkrieg und gründete 1917 die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) mit.

Dort verwirklichte er sich als Pazifist undspielte eine maßgebliche Rolle bei den Januarstreiks 1918. Als Anführer der Novemberrevolution in München wurde er von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte zum ersten Ministerpräsidenten Baierns gewählt.

Auf dem Weg zum Landtag wurde Kurt Eisner am 21. Februar 1919 von dem Reserveleutnant Anton Graf Arco auf Valley erschossen.

Bis heute wurde der sozialistische Revolutionär nicht als Gründungsvater des Freistaates Baiern gewürdigt.

Darum wollen wir seinen Geburtstag umso größer feiern. Alle sind zu Torte und Sekt eingeladen:

www.by.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/H21ME/kurt-eisners-150-geburtstag

Am Sonntag, 14. Mai 2017, 15 Uhr an der Bavaria, Theresienwiese München

Wolfgang Blaschka als Kurt Eisner und Cornelia Naumann als Sarah Sonja Lerch tragen Texte aus der Revolution vor. Begleitet werden sie am Akkordeon von dem Straßenmusikanten Walter Schreiber.

Veranstaltende:

Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V.
Das andere Bayern e.V.
Plenum R – Revolution und Räterepublik
Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Und vorher beginnt die Ausstellung im Stadtmuseum München (siehe oben Titel) und hier:

www.muenchner-stadtmuseum.de/sonderausstellungen/revolutionaer-und-ministerpraesident-kurt-eisner-1867-1919.html

Kriegerdenkmal

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