Die Psychoanalyse hatte die Literatur des letzten Jahrhunderts beflügelt
Zum Entstehen der Gestalttherapie aus den Anfängen der Psychoanalyse haben andere ausführlich geforscht und geschrieben, ich beziehe mich vor allem auf Bernd Bocian, dessen Buch als Dissertation auch im Netz veröffentlicht ist: Fritz Perls in Berlin 1893 – 1933

Eine wichtige Episode neben den Vorträgen in der Marxistischen Arbeiterschule Berlin war die Sexpol, eine Bewegung zur Verhütung und gegen die Bestrafung der Abtreibung, den §218, der im damaligen Familienbild und in der aufkommenden Nazi-Bewegung einen neuen Stellenwert bekam.

Die Gestalttherapie hat zu wenig einheitliche Heilungs- und Krankheitsbilder
Im Gegensatz zu den Hysterie-Theorien und den ersten öffentlichen Überlegungen zur Sexualität (Freud hatte schon die klare Annahme, dass wir alle bisexuell angelgt seien) ist beim demokratischen Heilwesen keine große Literatur zu machen, ausser wir schreiben sie selbst. Nach den Moden des Magnetismus und der Hypnose setzt die Zensur schon bald ein, wenn es um heilsame Berührungen geht (Jesus durfte das noch), um die Arbeit am Selbst-Bild und den Schäden der faschistischen und gewaltsamen Erziehung.

Die Krankheiten der Diagnostik
Medizin und Psychologie sind mit Kriegen und Statistiken flott gewachsen, bekamen schnell staatliche Rollen, 
die Mediziner gingen auch gern zur Psychoanalyse weiter, weil sie ihrem Berufs- und Weltbild entsprach.

Die Gestalttherapie überlässt die Deutung dem Klienten
Diagnostik ist so wichtige wie Zeugnisse im Leben: Wir brauchen sie eigentlich nicht, sie sichern unser schwaches Ich oder zerstören es …

„Gestalttherapie ist zu schade, um nur den Kranken zur Verfügung zu stehen“
Paul Goodman hat mit Laura und Fritz Perls und im Widerstand zur „Couch der Reichen“ und auf der Abkehr und Flucht vor der „arischen Medizin“ die pollitische Seite von Wilhelm Reich weitergeführt, der selbst in dieser Zeit an seiner BION-Forschung war und seine eigenen Wege ging.

kochelsee
Grundhaltung ist der Blick, das Gespräch und der intensive Kontakt mit den Menschen, ihren Beschwerden und Sorgen.

Ausführlicher im Gestaltleben.wikispaces.com

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