Die Räterepublik in München geht wieder in ihre blutige Phase, und wir erleben die Niederschlagung der Ideen von Demokratie und Gemeinschaftlichkeit durch eine Mischung aus antisemitischen und kirchlichen Hetzern und der Mehrheits-SPD, gestützt von einem 500 Millionen schweren Anti-Bolschewisten-Fonds der kriegs-gestärkten Arbeitgeber, Banken und Rüstungsindustrie.

Was ist Demokratie?

Über hundert Jahre wurden die Erzählungen von den Nazis und in der Postfaschismus-Zeit von den Biederbürgern der jungen Bundesrepublik als Propaganda „gegen die Russen“ weiter benutzt.

Die Fischer-Kontroverse brachte 1966 ff den ersten Streit unter Historikern, die – wie alle unsere Geschichtsbücher, und die Schulbücher wohl bis heute – von einer unglücklichen Verkettung von Beistandspakten, Ereignissen und Verträgen sprachen, die vom Attentat in Serbien bis zur Mobilmachung wirkten.

Kurt Eisner glaubte anfangs auch noch

an den Angriff der Russen, die Kriegspropaganda wirkte, aber dass die Reichswehr das neutrale Beligien beim Durchmarsch platt machen musste und der bayrische König einen Zugang zum Meer erhoffte: Imperialismus war angesagt, Alldeutsch war die Devise, Kolonien in aller Welt sollten UNS gehören …

… wie heutige Rohstoffe. Wir haben die Zeit nicht bewältigt, nix lernen wollen, und die Spätfolgen, jenes famose Deutschtum, steckt noch in allen Alten …

Es waren die Kirchen und die Schulen,

die den Drill, den Gehorsam und die Ordnung für die militärische Durchsetzung schufen:

Die Kirchen hatten bis zur Revolution 1918 die Schulaufsicht, und in Hirtenbriefen kam die Kriegshetze, ausgeblendet der damalige Papst Benedikt, der zum Frieden mahnte:

Als Beispiel in Würzburg:

„Wie die Würzburger eine Revolution binnen drei Tagen beendeten

7. April 1919: Der schwäbische Kommunist Anton Waibel ruft zwischen Neumünster und Dom die Räterepublik aus. Foto: Stadtarchiv Würzburg

Nachmittags um 4 Uhr am 7. April 1919, zwischen Dom und Neumünster: In Würzburg tobt die Revolution.Auf dem Dach eines Militärkraftwagens ruft der schwäbische Kommunist Anton Waibel vor 3000 Leuten die Räterepublik aus. In einem der Türme des Doms lauscht der Kirchendiener Matthias Seufert und ihm gefriert das Blut in den Adern.

Die Revolutionäre wollen, so hört er Waibel rufen, aus den Kirchenhäusern Vergnügungslokalemachen; „die Brutstätten der schwarzen Brüder“ seien „Verdummungsanstalten fürs Volk“.

Aber drei Viertel der Würzburger sind katholisch, in dieser Stadt haben Waibels Ideen keine Zukunft. Alois Fenzl, Redakteur des Würzburger Generalanzeigers, notiert, bei einem Teil der Zuhörerschaft erwecke der Revolutionär „ein tiefes Gefühl des Ekels und der Beschämung“. Weiterlesen: 1919: Die Würzburger Räterepublik und

eine ganz spannende Seite zur Vorgeschichte:

Wie die Bischöfe vom Heldentod schwärmten und das Volksblatt zum Krieg rief Postkarten waren ein beliebtes Mittel für die Propanda für Nation und Religion. Bildquelle: Privatsammlung Dietrich Heber/Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim

Am dritten Advent des Jahres 1914 einigen sich die katholischen Bischöfe Deutschlands auf ein Dokument des Schreckens. Es kommt als Hirtenbrief zu den Gläubigen, in dem die Oberhirten den Weltkrieg als „strenge Adventschule“ begrüßen.

Sie schreiben, der Krieg habe „uns und unser Volk dem Heiland näher gebracht“. Viele, „die weit“ vom Glauben „abgeirrt waren“, fänden nun zur Kirche zurück. Am 29. Dezember 1914 veröffentlicht ihn ungekürzt das „Fränkische Volksblatt“, eine Tageszeitung der katholischen Kirche unter Würzburgs Bischof Ferdinand von Schlör.

Mit dem Krieg zurück zur alten Macht der Kirche

Der Hirtenbrief, ein fataler Mix aus religiöser und nationaler Begeisterung, ist nicht vom Himmel gefallen. Die Bischöfe nutzen den Krieg, um liberale und säkulare Entwicklungen zu stoppen – und um die Katholiken ins Kaiserreich zu integrieren.

Alles dreht sich um die Religion. Als Kaiser Wilhelm II. am 6. August 1914 seinen Untertanen mitteilt, dass nun „das Schwert entscheiden“ müsse, tut er das in christlicher Zuversicht. Er beendet seine Erklärung mit dem Satz: „Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war.“

Wie die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat, so lockt die christlichen Kämpfer das Paradies. Am 30. November 1914 verbreitet das „Volksblatt“, tiefgläubige Soldaten seien die besten, weil sie den Tod nicht fürchteten. „Was können sie“, die „fromm wie Kinder“ seien, „denn auch im schlimmsten Fall verlieren?“ Weiterlesen: 1914: Katholische Kriegspropaganda aus Würzburg

und eine weitere Seite zu den späteren Wirkungen

Friedrich August Freiherr von der Heydte

https://www.schreibdasauf.info

Der Ablauf in Erlangen:erlangener-boykottaufruf-uspd

„Wir wollen von der allerneusten Räteregierung nichts wissen, weil sie vollständig unter dem Einflusse dahergelaufener, landfremder Nordlichter und bolschewistischer Kosmopoliten steht“ Erlanger Tagblatt (ET) v. 8.4.1919.

Als in einem Telegramm dem Erlanger Arbeiter- Soldaten- und Bauernrat (ASBR) am Morgen des 7. Aprils die Ausrufung der bayrischen Räterepublik mitgeteilt wurde, wollten sich die bürgerlichen Parteien sogleich von Süddeutschland verabschieden: „Wir erwarten, daß ein freier Volksstaat Franken uns die unbedingt notwendige Ruhe und Ordnung bewahren wird“ (ET v. 7.4.1919). Neben Nürnberg wird Erlangen das zweite mittelfränkische Zentrum der Gegenbewegung. Weiterlesen: http://revolution-baiern.de/gegenbewegung-in-erlangen/

http://revolution-baiern.de

Die Münchner Ereignisse:

revolutionszeitung München

https://revolutionszeitung.de/

Viel mehr:

www.raete-münchen.de 

und plenum-R.org 

 

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