In der deutschen Justiz gibt es noch keine Fehlerkultur, und die wenigen Wiederaufnahme-Verfahren bzw. ihre massive Blockierung machen deutlich, dass die Arroganz der Richtenden eine gnadenlose Haltung ist.
Der Gott des Alten Testament brauchte zuerst noch Menschenopfer, wechselte dann aber zu Ziegen: Abraham war wohl gerne lernfähig.
Unsere deutschen Gerichte (und die zugehörige, dort eingeschworene Berichterstattung) haben noch ständig Rache und Strafe im Jargon, mit den Polizeiberichten die Sicherheitsbedenken gemeinsam, Schutz und Fürsorge für die Guten.

Woher kommen die Kriterien für Strafe (eine alte Lust des Faschismus) und Abschreckung, wann wären Gnade und Einsicht angebracht, Verständnis und Vergebung, und wodurch kommt eigentlich Besserung?

Aus dem Knast jedenfalls kaum: Therapie wird dort das Großgruppengespräch genannt, eine Farce der Anpassung, und die paar Sozial-Trainings und Aggressionskurse machen die strukturelle Gewalt und den automatischen Widerstand nicht wett.

Und was macht ein System, wenn es feststellen muss, dass ein Mann über Jahre zu Unrecht mit der Bedrohung von Zwangs-Psychopharmaka verwahrt wurde, angesichts anderer Patienten, an denen deren Wirkungen und Nebenwirkungen zu sehen sind?

Die Belastung ist nicht auszugleichen, die Tage sind nicht mit irgend einer Haftentschädigung frei zu machen, und die Verantwortlichen werden sich von ihrem gefüllten Bankkonto nicht beteiligen wollen: Was wäre eine Fehlerkultur in der Justiz?

Home > Kirche > Artikel von 2013-06-07 14:08:19

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Deutschland: Psychiater hält Beichte für Sensation



Für eine „Sensation“ im positivsten Sinne hält der Wiener Psychiater Raphael Bonelli das katholische Sakrament der Beichte. Für ein gelingendes Leben sei es notwendig, Schuld auszusprechen und „zu bekennen, was wir für einen Bock geschossen haben“, so der Psychiater am Mittwoch auf dem Eucharistischen Kongress in Köln.

Seiner Einschätzung nach werde Schuld heutzutage häufig verdrängt, wofür Bonelli eine „extrem unbarmherzige Welt“ verantwortlich macht: „Wer Schuld hat, ist tot“, sagt der Facharzt für Psychiatrie. Das Schöne an der Beichte sei hingegen, dass es dort einen barmherzigen Richter gebe. (kna 07.06.13 sib)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va des Internetauftritts von Radio Vatikan