»Eine Tötung wird nicht als Verletzung des Artikels betrachtet, wenn es erforderlich ist, einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen«.

in den sogenannten Erläuterungen zur Grundrechtecharta …

… dann sind die Bundeswehreinsätze unserer mordsKanzlerin auch nur erforderliche Tötungen. Das beruhigt mich, und ich muß nur aufpassen, nicht in einen Aufruhr oder Aufstand zu geraten, um nicht rechtens erschossen zu werden.

Wenn ich dann daran denke, wie viele Übungen jetzt schon zur Aufstandsbekämpfung durchgeführt werden, bei denen etlichen jungen Polizisten gar nicht mehr wohl ist …

Als ich in den 70er Jahren das Buch von Marie Luise Kaschnitz las, und mir dieses Gedicht abtippte, in meine Studentenbude hängte, dachte ich noch mehr an die alten Ängste meiner Eltern und der Vergangenheit. Jetzt aber denke ich an Zukunft …

Steht noch dahin

Ob wir davonkommen ohne gefoltert zu werden,
ob wir eines natürlichen Todes sterben,
ob wir nicht wieder hungern, Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen,
ob wir getrieben werden in Rudeln, wir haben’s gesehen.

Ob wir nicht noch die Zellenklopfsprache lernen,
den Nächsten belauern, vom Nächsten belauert werden,
und bei dem Wort Freiheit weinen müssen.

Ob wir uns fortstehlen rechtzeitig auf ein weißes Bett
oder zugrunde gehen am hundertfachen Atomblitz,
ob wir es fertigbringen mit einer Hoffnung zu sterben,
steht noch dahin, steht alles noch dahin.

Marie Luise Kaschnitz (Text auf Umschlag des gleichnamigen Buches)
http://www.gedichte.vu/?steht_noch_dahin.html

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