INDECT, ein EU-Projekt, beinhaltet derzeit schon folgende Maßnahmen:

Im Internet
* Überwachung des Internets mit Hilfe von Suchmaschinen im www, UseNet, Social Networks (Facebook, WKW etc.), Foren, Blogs, P2P-Netzwerke sowie individuelle Computersysteme
* Auffinden von Bildern und Videos mit Hilfe von Wasserzeichen, sowie automatisierte Suchroutinen zum Aufspüren von beispielsweise Gewalt oder “abnormalem Verhalten”
* Eine weiterentwickelte Computerlinguistik deren Suchroutinen in der Lage sind Beziehungen zwischen Personen, sowie den Kontext einer Unterhaltung, z.B. in Chats, bei der Interpretation der Sprache, mit einzubeziehen

Auf der Straße
* Mobiles städtisches Überwachungssystem (“Mobile Urban Observation System”)
* Drohnen = Fliegende Kameras (so genannte “Unmanned Aerial Vehicles” (UAV) wie etwa Quadrocopter)
* Die UAV sollen “intelligent und autonom” vernetzt werden und miteinander kooperieren, um verdächtige bewegliche Objekte automatisiert und eigenständig sowohl identifizieren als auch im städtischen Raum per Schwarmverhalten verfolgen zu können.
* Überwachungskameras nutzen präventiv die biometrischen Daten aus Pässen und Personalausweisen, um Personen zu identifizieren und Bewegungsmuster zu erstellen.

Die daraus erhaltenen Daten sollen in einer Datenbank gespeichert und durch bereits vorhandene Daten ergänzt werden. Dazu gehören unter anderem:
* Überwachungskameras
* Handy-Ortung (z.B. via GSM/GPS)
* Gesichtserkennung (z.B. via biometrischer Daten in elektronischen Ausweisen)
* Telekommunikationsüberwachung (Vorratsdatenspeicherung)

Als Kriterien für “abnormales Verhalten” wurden unter anderen folgende Punkte bei einer Umfrage mit polnischen Polizisten identifiziert. Als gefährlich wird unter anderem eingestuft, wer…
* auf der Straße
o rennt
o kämpft
o zu schnell fährt
* im öffentlichen Nahverkehr
o auf dem Fußboden sitzt
o zu lange sitzt
o Gepäck vergisst
* im Stadion
o Flaschen wirft
o das Spielfeld betritt
* am Flughafen
o Gepäck vergisst
o zu lange sitzt

Aus den Fragebögen-Ergebnissen wird abgeleitet, welche Verhaltensweisen automatisiert erkannt werden sollen:
* Bewegung in die “falsche” Richtung
* “Herumlungern”
* Treffen von mehr als X Personen
* Autodiebstahl
* Laufen
* fallende Personen
* Gepäck vergessen
* Herumsitzen, länger als die Dauer X
* Schreien
* Schüsse, Explosionen
* fluchende Personen

Man ist also in nahezu jeder Situation verdächtig. Wer im öffentlichen Nahverkehr auf dem Fußboden sitzt, zu lange mitfährt oder sein Gepäck vergißt, muß mit Maßnahmen der Sicherheitskräfte rechnen. Genauso verdächtig sind “herumlungern”, sich mit zu vielen Personen treffen und fluchen.

Anhand der gewonnenen Profile über jeden einzelnen sollen die automatisierten Programme lernen, sogenannte “Gefährder” selbständig zu erkennen. Wird ein solcher potentieller “Gefährder” erkannt, können seine Daten ebenfalls selbstständig vom System eingeholt werden. Nach kurzer Durchleuchtung der Informationen wird die Person in eine bestimmte Gefahrenkategorie eingeteilt und gegebenenfalls (z.B. bei “sehr verdächtig”) die Polizei informiert. Mehr und Aktion dazu auf http://www.stopp-indect.info/

diesen Samstag (19.02.) findet wieder ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des LV Bayern in München statt. Diesmal wird Erich Möchel ab 14 Uhr zu Überwachung/INDECT im EineWeltHaus berichten.
Details zur Veranstaltung gibt es hier: http://events.piratenpartei-bayern.de/index.php/events/view/268

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