Anarchie war immer auch die Theorie zur Selbstverwaltung, wie Menschen ihre Verhältnisse regeln, wenn keine göttlichen und religiösen Gesetze auf ihnen lasten: Seit der Aufklärung gibt es mehr Bewusstsein, mehr Suche nach den gemeinsamen Grundlagen und Möglichkeiten, solche Lebensformen und Projekte zu gestalten.

Buchvorstellung: Giovanni Rossi: Cecilia. external image cecilia_U1_Web.jpg

Anarchie und freie Liebe.

Mit Tobias Roth, Herausgeber & Gesellschafter
Das kulturelle Gedächtnis -Verlag

Der italienische Veterinär, Agronom und Anarchist Giovanni Rossi (1856–1943) gründet 1890 im Süden Brasiliens die Siedlung Cecilia. Er will erforschen, ob der Mensch in Anarchie leben kann. Mangel und Entbehrung, Selbstorganisation und freie Liebe, Gelingen und Scheitern: Giovanni Rossi ist erfüllt von seiner Idee, aber in seinem Bericht beschönigt er nichts. Mit kühler Leidenschaft berichtet er vom Zusammenleben absolut ohne sociale Organisation. Und nach dem Ende des Experiments entsteht eine neue Utopie.
http://feldcafe.de/event/05-04-2018-ab19h-buchvorstellungdiskussion-giovanni-rossi-cecilia-anarchie-und-freie-liebe
am Mi 9. Mai wird der Herausgeber Tobias Roth zu Gast sein …

Giovanni Rossi:
CECILIA. ANARCHIE UND FREIE LIEBE

14 × 21,5 cm, 224 Seiten, gebunden, Mit Kopffarbschnitt, Lesebändchen
und Prägung Euro 22,00 (D) / 22,60 (A) ISBN: 978-3-946990-18-5

»Wenn die Wahrheit dir Furcht bereitet, so lies dies nicht; denn dieses Büchlein ist für dich erfüllt von furchtbaren Dingen.«  
Giovanni Rossi

»Falsch ist die Propaganda, welche darauf ausgeht, die neue sociale Welt frei von jeder bösartigen Reibung zu zeigen. Säen wir keine Illusionen, wenn wir keine Enttäuschungen ernten wollen.«  
Giovanni Rossi

Ein neuer Gesellschaftsentwurf – ein abenteuerliches Experiment. Der italienische Veterinär, Agronom und Anarchist Giovanni Rossi gründet 1890, in den Tiefen des süd­brasilianischen Hinterlandes, die Siedlung Cecilia. Mangel und Entbehrung, Selbstor­ganisation und freie Liebe, Gelingen und Scheitern: Giovanni Rossi ist erfüllt von sei­ner Idee – aber in seinem Bericht beschönigt er nichts: Mit kühler Leidenschaft berich­tet er vom Zusammenleben »absolut ohne sociale Organisation«.  

Rossis Texte beschreiben den weiten Weg von Italien nach Brasilien, den Alltag und die Entwicklung der anarchischen Kolonie Cecilia, ihre Probleme und Erfolge, ihre Lebensart und ihr Ende 1894. Besondere Bedeutung für Rossi hat die freie Liebe: Es gilt, die Frau aus den patriarchalen Hierarchien zu befreien. Die Freiheit der Anarchie betrifft nicht nur Politik und Ökonomie, Rossi denkt sie konsequent ins Emotionale weiter. 
Beschlossen wird der Band von Rossis Utopie für ein Brasilien im 20. Jahrhundert: eine glän­zende elektrische Welt, voll spontaner und freier Produktivität. Zentrum Brasiliens wird die neu­ geründete Metropole Elektropolis, der globale Partner das anarchische Belgien.
Übersetzer der vorliegenden Ausgabe ist Rossis Zeitgenosse und Briefpartner Alfred Sanftleben, der Texte Rossis in europäischen Zeitschriften verbreitete und sie 1897 in dem Band Utopie und Experiment sammelte. 

GIOVANNI ROSSI wird 1856 in Pisa geboren. 1887 bis 1889 star­tet er den ersten Versuch einer Experimentalkolonie unweit Cremonas. 1890 gründet er im brasilianischen Bundesstaat Paraná die Kolonie Cecilia. Dort verfasst er die hier neu auf­gelegten Berichte. 1894 wird die Kolonie von Mangel und bür­gerkriegsähnlichen Unruhen in die Knie gezwungen. Giovanni Rossi kehrt 1907 nach Italien zurück und stirbt zurückgezogen und hochbetagt 1943. 

Anarchie wird uns weiter begleiten:

Revolutionsgespräche im www.feldcafe.de „5vor12“
in der Georgenschwaigstr. 26 U2 Milbertshofen
oder Tram 27 vom Stachus zum Petuelring,
14-tägig Donnerstags ab ca 19 / 20h –
 
Oberes Titelbild von P.M. bolo’bolo – ein Abend in der Reihe Revolutionsgespräche?

 

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